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Verhaltenstherapeutisches Angebot

In der Verhaltenstherapie werden die Prinzipien der Konditionierung und der Verstärkung zur Veränderung unerwünschter Verhaltensweisen eingesetzt. Der Begriff Verhalten, den die Verhaltenstherapeuten z.Z. verwenden, umfasst alle Reaktionen, die durch Lernen beeinflusst werden können - Gedanken und Gefühle sowie Handlungen. Die Therapie, die aus den Theorien des Lernens und der Konditionierung entstanden sind, bauen auf einer pragmatischen empirischen Forschungstradition auf.

1. Verhaltensmodifikation:

Die Verhaltensmodifikation bezieht sich auf den systematischen Einsatz von Lernprinzipien zur Steigerung der Häufigkeit erwünschter und zur Senkung der Häufigkeit problematischer Verhaltensweisen. Starke emotionale Reaktionen, die das Leben einer Person durcheinander bringen, sind oft konditionierbare Reaktionen, die der Betroffene selbst aber nicht als gelernt erkennt. Um diese erlernten Inhalte abzubauen, werden verschiedene Techniken angewandt:

2. Systematische Desensibilisierung:

Es ist nahezu unmöglich, gleichzeitig fröhlich und traurig oder entspannt und ängstlich zu sein. Dieser Grundsatz wird bei der Technik der systematischen Desensibilisierung angewendet. Die Angst ist die häufigste Ursache für Fehlanpassung oder Vermeidenshandlungen. So wird der Klient angeleitet, der Entstehung von Angst durch Entspannung vorzubeugen.

Die Desensibilisierung verläuft in 3 Stufen:

  • In der 1. Stufe wird die Bestimmung der Angst auslösenden Reize und Erstellung einer Rangliste vom schwächsten bis zum stärksten Reiz vollzogen.
  • Die Unterweisung in der progressiven Muskelentspannung ist Gegenstand der 2. Stufe. Der Klient erlernt zwischen Empfindungen der Spannung und Entspannung zu unterscheiden, um einen Zustand der psychischen und physischen Entspannung zu erleben.
  • In der 3. Stufe beginnt die eigentliche Desensibilisierung. In der aufgestellten Rangfolge der Angstreihe beginnt die Desensibilisierung beim schwächsten Reiz, wenn dieser bewältigt ist, geht es zum nächsten Reiz weiter, bis die gesamte Rangreihe therapeutisch aufgearbeitet ist.

3. Positive Verstärkung:

Wenn eine positive Verstärkung unmittelbar auf eine erwünschte Reaktion erfolgt. Dieses Prinzip des operanten Lernens wird zur therapeutischen Strategie, wenn es gezielt eingesetzt wird, um die Häufi gkeit einer erwünschten Reaktion zu beeinflussen.

Es werden Verträge zwischen Klienten und Therapeuten abgeschlossen, in denen festgelegt wird, welche Konsequenzen auf welche Verhaltensweisen erfolgen. Das Abschließen eines solchen Vertrages erleichtert das therapeutische Vorgehen, in dem es beide Parteien für das Erreichen der angestrebten Verhaltensänderungen verantwortlich macht.

4. Löschungsstrategien:

Während des therapeutischen Prozesses stoßen die Therapeuten auf Verhaltensweisen, die die Frage entstehen lassen, warum hört der Klient nicht auf, sich so zu verhalten, dass sein Verhalten Schmerz und Unbehagen hervorruft. Die Antwort liegt darin, dass zahlreichen Verhaltensweisen vielfach Konsequenzen haben, von denen einige positiv, andere negativ sind. Oft halten subtile positive Verstärkungen ein Verhalten aufrecht, obwohl es auch offensichtlich negative Konsequenzen hat.

Löschung ist in der Therapie dann nützlich, wenn Verhaltensweisen durch nicht erkannte verstärkende Bedingungen aufrechterhalten werden. Deshalb muss eine sorgfältige Situationsanalyse erfolgen, dann wird ein Programm aufgestellt, dessen Anwendung das problematische Verhalten immer seltener werden lässt, bis es gelöscht ist.